Noch nicht veröffentlichte Übersetzungen aus dem Englischen
Die beiden hier vorgestellten Bücher sind noch auf der Suche nach einem geeigneten Verlag.
Dilip Kumar Roy/Indira Devi: ‚Die Bettlerprinzessin‘, Titel der Originalausgabe: ‘The Beggar Princess. A Historical Drama in Five Acts’, Allahabad 1955, Neuauflage bei Hari Krishna Mandir, Pune 1999
Dilip Kumar Roy, Schüler von Sri Aurobindo, spiritueller Lehrer, Sänger in der Tradition der klassischen nordindischen Musik, Autor von Romanen, Dramen, Gedichten in Bengali und Englisch, und seine Schülerin Indira Devi verfassten gemeinsam dieses Schauspiel, das in 5 Akten zentrale Episoden aus dem Leben der Dichter-Heiligen Mirabai veranschaulicht.
Mirabai, eine herausragende Persönlichkeit der Bhakti-Tradition, wurde im 16. Jh. als Prinzessin in einem königlichen Haus in Rajasthan geboren und standesgemäß mit einem Prinzen verheiratet. Ihre eigentliche Liebe galt allerdings Krishna, dem ewig jugendlichen Gott mit der Flöte, deren Klänge jeden verzaubern, der sie vernimmt. Nach dem Tod ihres Gemahls war Mirabai wegen ihrer unerwünschten und für unziemlich angesehenen spirituellen Neigung von Seiten ihrer angeheirateten Verwandten härtester Drangsalierung ausgesetzt, die bis zum Mordversuch ging. Daraufhin verließ sie die Welt des königlichen Hofs und zog als wandernde Asketin, ihren göttlichen Geliebten besingend, durch Indien, bis sie schließlich in Vrindavan, einem tief mit der Krishna-Mythologie verbundenen Ort, ihren spirituellen Meister und ihre bleibende Heimat fand.
Das Stück vereinbart bühnenwirksame Handlung mit psychologischer Tiefe und authentischer Darstellung der Philosophie des Bhakti-Yoga. Die Dialoge spiegeln die Entwicklung von kindlicher Schwärmerei zur vollen Entfaltung einer Gottesliebe, der alle anderen Ziele und Motive untergeordnet werden und die schließlich zu der ersehnten mystischen Union führt. An vielen markanten Stellen wird die Handlung durch lyrische Einlagen unterbrochen. Es handelt sich dabei um Übersetzungen der Lieder Mirabais, wie Indira Devi sie in ihrem Yoga-Samadhi gehört hat.
Swami Jnanananda Giri: ‚Die Transzendente Reise‘. Titel der Originalausgabe: ‚The Transcendent Journey‘, Dehradun 2010.
‘Die Transzendente Reise’ ist die Autobiographie eines Europäers, der den größten Teil seines Lebens in Indien verbrachte und der Suche nach einer transzendenten Wahrheit widmete. Er berichtet darin von seiner Jugend in der Schweiz und den geistigen Einflüssen, die ihn prägten. Vorherrschend war unmittelbar nach den Katastrophen des 2. Weltkrieges ein Gefühl der Desillusionierung von der westlichen Zivilisation und die Suche nach etwas Unzerstörbaren, nach einem bleibenden Wert. Bei einem mehrjährigen Studien- und Arbeitsaufenthalt in England kam er mit der Kriya-Yoga-Lehre des Paramahansa Yogananda in Berührung, in der er diese gesuchte Qualität erkannte. Nach einem Kurs in vorbereitenden Übungen beschloss er, die eigentliche Initiation in den Kriya-Yoga in Indien von einem autorisierten Meister zu empfangen. So reiste er 1952 auf abenteuerliche Weise über Land nach Indien und fand bei Kalkutta seinen Meister, Swami Atmananda, damals Leiter der von Paramahansa Yogananda gegründeten Yogoda Satsanga Society. Dort wurde der junge Schweizer als Yoga-Schüler angenommen und einige Jahre später zum Swami geweiht. Er fand in Indien seine wahre Heimat, die er seit seiner Einreise nie wieder verließ.
Das Buch beschreibt die Jahre der Schulung durch Swami Atmananda, zu der von Anfang an auch eine Einführung in die freie, ungebundene Lebensweise eines Sannyasi gehörte. So lernte er, wie man ohne Besitz und festen Wohnsitz lebt, im Vertrauen auf das Aufgehobensein in göttlicher Güte und Weisheit. Swami Jnananandas Lebenserinnerungen schildern eine Fülle von Begegnungen mit herausragenden Yogis und Heiligen, seine Erlebnisse und inneren Erfahrungen an Indiens Orten mit alter spiritueller Tradition. Die lebendige Schilderung der Ereignisse wird vielfach unterbrochen durch Passagen philosophischer Reflexion. Beim Lesen taucht man ein in eine faszinierende Welt, die auch in Indien heute nur noch schwer zu finden ist.